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02. Oktober 2020 Gastautor: Sebastian Jacobitz von schlafenguru.de / Kategorien: Kinderzimmer

Schlafprobleme bei Kindern - Wie bekommst du sie in den Griff?

Schlafstörungen stellen in jedem Alter eine große Belastung dar. Bei Kindern ist jedoch die Gefahr gegeben, dass die Entwicklung beeinträchtigt wird. Erhalten Kinder nicht genügend Schlaf, sind sie emotional unausgeglichen und werden in der Schule nicht in der Lage sein, den hohen Anforderungen zu bestehen. Damit besteht bereits im jungen Alter die Gefahr, dass die eigenen Lebensträume nicht verwirklicht werden können. Erfahre in diesem Ratgeber, wie du mit Schlafproblemen bei deinem Kind umgehst.

Schlafendes Baby ohne Schlafprobleme

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlafprobleme sind oftmals ein natürlicher Begleiter der kindlichen Entwicklung
  • Stress, Konflikte und eine ungenügende Schlafhygiene fördern die Schlafprobleme
  • Wirke beruhigend auf dein Kind und halte feste Schlafenszeiten ein
  • Bei anhaltenden Schlafstörungen ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner
 

Welche Formen gibt es?

Bei Erwachsenen äußert sich eine mangelnde Schlafqualität meist in Problemen beim Einschlafen. Es vergehen Stunden im Bett und anstatt in den Schlaf zu finden, kreisen die Gedanken über anhaltende Probleme. Schlafprobleme äußern sich bei Kindern auf vielfältiger Weise und betreffen nicht nur das Einschlafen. Daher ist es wichtig zunächst überhaupt herauszufinden, auf welche Weise der Schlaf deines Kindes gestört ist.

Ein- und Durchschlafstörungen

Die Ein- und Durchschlafstörungen stellen die häufigste Form der Schlafstörungen dar. Sie betreffen das bereits angesprochene Einschlafen. Wird dann doch mal ein Auge zugetan, ist dies nicht von langer Dauer. Dein Kind wacht häufiger auf und die Wachphasen stören die Schlafqualität. Teilweise sind die Wachphasen so kurz, dass sich dein Kind am nächsten Morgen gar nicht daran erinnert. Doch die große Müdigkeit zeigt, dass der Schlaf wenig erholsam war.

Wacht dein Kind nachts auf und fängt an zu weinen, wird dein Instinkt dir raten, deinem Kind zu helfen. Beruhige dein Kind, aber verbringe nicht zu viel Zeit im Kinderzimmer. Behalte eine ruhige Schlafatmosphäre bei und unterbrich die Nacht nicht, indem du etwas zu Essen machst oder anfängst mit deinem Kind zu spielen. Es sollte selber wieder in der Lage sein sich zu beruhigen und so schnell wie möglich in den Schlaf zurückzufinden.

Aufschrecken und Schlafwandeln

Erwachsene verfügen über einen Mechanismus, der verhindert, dass erlebte Träume auch in der Realität ausgelebt werden. Diese Schlafstarre ist bei Kindern kaum ausgeprägt, sodass sie eher dazu neigen während des Schlafens die Beine oder Arme zu bewegen.

In Extremfällen kann es auch dazu kommen, dass sie anfangen zu schlafwandeln. Neigt dein Kind zum Schlafwandeln, ist es wichtig die Umgebung sicher zu gestalten. Andernfalls könnte es schnell passieren, dass es hinfällt und sich eine Verletzung zuzieht. Die oftmals zitierte schlafwandlerische Sicherheit gibt es nicht.

Führe dein Kind langsam zum Bett, wo es sich wieder hinlegt und weiterschläft. Ist dies nicht möglich, kannst du dein Kind sanft wecken. Dabei musst du jedoch bedenken, dass es wieder etwas Zeit benötigt, bis es einschläft.

Beängstigender könnte für dich das Hochschrecken des Kindes im Schlaf sein. Dieses Verhalten wird als Pavor nocturnus bezeichnet. Dabei richten sich Kinder aufgeschreckt im Bett auf und können einen sehr ängstlichen Eindruck erwecken.

Bei diesem Verhalten ist es ausreichend, dein Kind zu beruhigen, damit es weiterschlafen kann. Auch wenn es sehr verängstigt wirkt, besteht nicht die Notwendigkeit es aufzuwecken. In der Regel wird sich dein Kind am nächsten Morgen gar nicht mehr daran erinnern, weshalb es aufgeschreckt ist. Stehe deinem Kind zur Seite und wirke beruhigend mit sanfter Stimme ein, sodass es wieder ohne Probleme weiterschläft.

Einnässen

Rund 10 Prozent der Kinder leiden bis zu einem Alter von 7 Jahren unter dem Bettnässen. Grund dafür ist in den meisten Fällen eine langsamere Entwicklung der Blasenkontrolle. Dies leitet sich aus genetischen Ursachen ab, weshalb Kinder in diesem Alter noch nicht in der Lage sind, die Blase ausreichend zu kontrollieren.

Problematisch wird es hingegen, wenn das Einnässen zu einer psychischen Belastung führt. Machen Eltern dem eigenen Kind Vorwürfe, wird dies zu einem höheren Stress und Angstzuständen führen. Daraus folgt nicht nur, dass das Einnässen länger anhält, es treten auch seelische Probleme auf. Das Kind wird unsicherer, trauriger und es können Angststörungen auftreten.

Beim Einnässen sind daher keine besonderen Maßnahmen zu treffen. Beruhige dein Kind und versichere, dass es kein Problem sei und sich von allein bessern wird. In einer ruhigen und sicheren Umgebung wird dein Kind sich bestens entwickeln, sodass das Bettnässen mit zunehmendem Alter von allein zurückgeht.

Weshalb treten Schlafprobleme auf?

Anhand der verschiedenen Ausprägungen der Schlafstörungen lassen sich bereits bestimmte Ursachen ableiten. Manche Probleme sind eine natürliche Begleitung der Entwicklung. Kinder werden sich häufiger im Schlaf bewegen und das Bettnässen tritt bei manchen einfach bis zu einem späteren Zeitpunkt auf. Doch manche äußeren Faktoren verschlimmern diese Störungen, die du selber beeinflussen kannst.

Einer der wichtigsten Faktoren in Bezug auf die Schlafstörungen bei Kindern ist der Stress. Obwohl Kinder noch nicht die harte Realität des Erwachsenenlebens kennen, sind auch sie vom Stress betroffen. Der Leistungsdruck in der Schule, soziale Probleme mit den Freunden oder Beziehungsprobleme der Eltern üben eine hohe Belastung auf das Kind aus. Der Stress führt dazu, dass Kinder sich nicht richtig entspannen und diese negativen Gedanken mit ins Bett nehmen. Eltern sollten daher darauf achten, dass Konflikte innerhalb der Familie ruhig gelöst werden und kein Druck auf das Kind ausgeübt wird.

Neben dem Stress sollten auch psychische und körperliche Ursachen betrachtet werden. Im jugendlichen Alter sind Faktoren wie das Schnarchen oder eine Depression nicht zu unterschätzen. Gerade bei Allergikern ist die Gefahr groß, dass der Schlaf beeinträchtigt wird. Achte auf eine hygienische Schlafumgebung und reduziere die Anzahl der Milben im Bett, damit die Belastung durch die Allergene abnimmt.

Eine bessere Schlafhygiene schaffen

Kinder benötigen einen regelmäßigen Tagesablauf, um sich daran zu orientieren. Indem du Wert auf eine bessere Schlafhygiene legst, wirst du ebenfalls den Schlaf fördern.

Dazu gehört, dass du feste Schlafenszeiten einhältst. Bringe dein Kind jeden Abend ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett und beende den Tag mit netten Einschlafritualen. Eine Abendgeschichte oder ein gemeinsames Singen stellen gute Aktivitäten dar, um die Nacht einzuläuten.

Immer mehr Kinder wachsen mit dem Smartphone auf. Sie schauen sich darauf lustige Videos an oder nutzen Spiele zur Ablenkung. Smartphones und Bildschirme im Allgemeinen beeinträchtigen den natürlichen Tages- und Nachtrhythmus. Das bläuliche Licht verhindert die Produktion des Schlafhormons Melatonin, was auch bei Kindern dazu führt, dass sie schlechter einschlafen. Die Zeit am Smartphone sollte ohnehin auf ein Minimum reduziert werden. Am Abend ist es aber komplett tabu und dient nicht als Einschlafhilfe.

Damit sich Kinder im Bett wohlfühlen kannst du es mit Kuscheltieren ausstatten. Bei Babys solltest du es jedoch vermeiden, die Wiege mit diesen Plüschtieren auszustatten. Sie beeinträchtigen die Luftzirkulation und stehen sogar im Verdacht, mitverantwortlich für den plötzlichen Kindstod zu sein. Daher sollten erst Kleinkinder die Kuscheltiere mit ins Bett nehmen.

Setze zudem ein Nachtlicht ein, damit dein Kind sich weniger vor der Dunkelheit fürchtet. Es gibt zahlreiche Varianten, wobei manche sogar in der Lage sind einen Sternenhimmel an die Decke zu projizieren. Mit diesen hilfreichen Geräten wird dein Kind sich nicht mehr gruseln und entspannter einschlafen.

Treten dennoch Schlafstörungen auf und lassen sich diese nicht mildern, ist in jedem Fall der Gang zum Kinderarzt anzuraten. Nur mit der professionellen Hilfe wirst du die starken Schlafstörungen langfristig verbessern. Unterschätze die Schlafprobleme deines Kindes nicht und wende dich an einen Kinderarzt, falls die hier präsentierten Tipps keine Besserung gebracht haben.